Wer ich für dich sein will…

Warum wir bei den Fotos, mit denen wir uns bewerben, oft nicht den Wald vor lauter Bäumen sehen können

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Da denkt man doch, die wollen, dass man sich gegen Sie entscheidet!

Zwei Mal in der letzten Woche hatte ich die Gelegenheit, Freunden meine Meinung zu deren Bewerbungsfotos zu sagen. Beide sind Menschen die ein sehr klares Bild von sich selber haben und auch schon öfter erfolgreich solche Fotos gemacht hatten.
Allerdings haben beide – jeder für sich und unabhängig von einander – diesmal etwas für sie völlig Neues mit diesen Bildern vor. Und prompt haben sie offenbar den Blick für sich selber verloren.

Wenn ich als Coach – also beruflich – gefragt werde, dann verweigere ich in solchen Fällen die Aussage!
Dann sehe ich meine Aufgabe darin, meine Klienten und Teilnehmer dazu zu befähigen Parameter zu entwickeln, um eigene, sinnvolle und für sie richtige Entscheidungen zu fällen. Da würde ich auf Rahmenbedingungen aufmerksam machen, mit Fragen die eigentliche Absicht, die gewollte Aussage der Fotos erforschen und dann mit dem. was die Fotos erzählen, abgleichen helfen.
Die Entscheidung welches Foto letztlich genutzt wird, liegt komplett bei der Person die, darauf abgebildet ist und in den meisten Fällen ist sie am Ende der Arbeit auch aus guten Gründen glücklich damit!

Wenn Freunde fragen, wie ich ein Bewerbungsfoto finde, dann bin ich irgendwie völlig undiplomatisch!
Da ist so eine kleine, miese Wut in mir, wenn ich sehe wie ein Mensch, den ich sehr mag, sich selber so despektierlich abbildet und das sogar auch noch verschicken möchte.
Ich sehe doch die Großartigkeit des Freundes und die perfekte Eignung der Freundin für genau diese neue Herausforderung.
Warum machen die sich mit ihren Fotos absichtlich so schlecht?

Denn genau das macht ein ungeschicktes oder sogar schlechtes Foto! Es macht uns schlecht.
Leider.
In Großbritannien und den USA sind Fotos auf Bewerbungen nicht gerne gesehen, weil es eigentlich ein Leichtes ist, sie so zu machen, dass sie bestechen und dann die tatsächlichen Fähigkeiten des Bewerbers deutlich besser eingeschätzt werden könnten, als sie tatsächlich sind (ich bin mir absolut sicher, dass das genau so ist!).
Das Gegenteil ist, dank schlechter Fotos, auch der Fall.
Mit der falschen Information auf dem Foto kann der fachliche Eindruck einer Bewerbung enorm geschmälert werden.
Wir können nicht nicht wirken, auch nicht auf Fotos!

Nur warum machen Menschen, die genau das sehr gut selbst wissen, dann trotzdem so elementare Fehler bei der Bilderauswahl?

Weil sie sich nicht vorab überlegen, welche Aussage das Bild eigentlich machen soll, sondern mit ihrer situativen Befindlichkeit in die Auswahl gehen!
Also mit dem Gefühl, das sie gerade haben.
Und auch, wenn sie sich sehr viel Mühe geben zu verstecken, wie zaghaft oder unentschlossen sie sich fühlen: die Kamera sieht genau diese Gefühle leider IMMER!

Im Falle meiner beiden Freunde war es jeweils die subjektiv empfundene Unerfahrenheit auf dem Gebiet, für das sie sich empfehlen wollten.
Deshalb sah das Foto meines Freundes so aus wie eine Entschuldigung und das Foto meiner Freundin verriet vor allem ihre Unerfahrenheit in dieser Art der Selbstdarstellung.

WIR KÖNNEN NICHT NICHT WIRKEN – deshalb macht es Sinn sich erst zu überlegen, was ich erzählen möchte und DANN Fotos zu machen!
Wir wirken immer und zwar so wie wir drauf sind. Wenn wir unreflektiert sind, dann wirken auch unsere Fotos so und erzählen seeeeehr viel, was wir eigentlich gar nicht sagen wollten…

Es ist menschlich, vor einer neuen Herausforderung unsicher und sogar verzagt zu sein.
Doch ich schätze die beiden Freunde, von denen ich hier erzähle, sehr und deshalb kann ich gar nicht leiden, wenn jemand so abwertend und mies über sie denkt.
Auch nicht, wenn sie es selber sind.

Das ist der Grund dafür, dass ich dann so undiplomatisch und direkt bin und mit dem Finger auf die Haltung, mit der das Foto gemacht oder ausgewählt wurde, zeige und sehr hoffe, dass die Entscheidung überdacht wird.
Denn da die Kamera ALLES sieht, braucht man eigentlich nur VOR dem Fototermin eine klare Entscheidung darüber fällen, was das Foto letztlich aussagen soll.Dann entscheidet man sich für genau die passenden Gedanken, die man später beim Fotografiert werden nur noch zu denken braucht.
So wird das Foto genau die Aussage machen, die es soll!

Anna Momber-Heers

 

Dieser Beitrag würde zuerst auf dem acing for business Blog veröffentlicht.

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